Jost Ingolf Kittel

Schauspieler

Jost Kittel, 1957 in Dresden geboren, gehört seit 1983 zum Ensemble der Landesbühnen Sachsen. Ihn aufgrund seiner langjährigen, das künstlerische Profil des Hauses prägenden Tätigkeit als Schauspieler und Regisseur als «Urgestein» zu bezeichnen, verbietet sich angesichts der Wandlungsfähigkeit und Vielfalt seiner künstlerischen Entäußerung. Erste Bühnenerfahrungen sammelte der gelernte Theatertischler im Arbeitertheater bei Rudolph Donath, der den talentierten Techniker für die eigentliche Profession auf den von ihm gehobelten Brettern begeisterte. Nach dem Studium an der Theaterhochschule «Hans Otto» in Leipzig wurde Jost Kittel ein Engagement an den Landesbühnen Sachsen, die seither seine künstlerische Heimat sind, angeboten. Nur für ein Jahr folgte der Peter Sodanns Ruf ans Neue Theater in Halle, bevor er 1990 wieder zu seinem Publikum zurückkehrte. Fragt man Jost Kittel nach seinen wichtigsten Rollen, dann nennt er den Mackie Messer aus Brecht / Weills «Dreigroschenoper», den zerbrechlichen Brecher Lenny aus John Steinbecks «Von Menschen und Mäusen», den Schmieren-Theaterdirektor Emanuel Striese aus dem Schwank «Der Raub der Sabinerinnen» und den mit Eselsohren belohnten zum Titania Geliebten verzauberten Weber Zettel aus Shakespeares «Sommernachtstraum» - eine größere Bandbreite an Charakteren ist schwer vorstellbar. Erfahrungen mit bedeutenden Regisseuren wie Horst Ruprecht, Werner Freese, Horst Schönemann, Wolfgang Engel und Peter Sodann ermutigten den Schauspieler, sich auch im Regiefach auszuprobieren. Auch als Spielleiter steht die «Dreigroschenoper» neben Labiches «Sparschwein» und der Uraufführung von Paul Wiersbinskis Jugendstück «In Räumen, luftdicht abgeschlossen» auf der Liste besonders erwähnenswerter Aufgaben, natürlich ergänzt durch bemerkenswerte Märcheninszenierungen wie Jewgeni Schwarz' «Die Schneekönigin» sowie auf der Felsenbühne Rathen Astrid Lindgrens «Ronja Räubertochter», Wilhelm Hauffs «Das Kalte Herz» und Shakespeares «Romeo und Julia».