Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Diesem Dreiklang der französischen Revolution werden wir gleich zu Beginn der kommenden Spielzeit mit Dantons Tod, später mit Fidelio und mehreren anderen Inszenierungen auf den Grund gehen.
Dabei hoffe ich, dass die Dreieinigkeit dieser drei Worte bewahrt werden kann.
Schon oft hat man uns Menschen in der Vergangenheit weismachen wollen, dass die Freiheit nur zu haben ist, wenn die Gleichheit als Ideal preisgegeben wird. Die Freiheit wurde dabei klein geredet. Als ginge es in erster Linie um die Freiheit, zu gewinnen. Oder um die Freiheit, mehr als andere zu erwerben. Oder gar um die Freiheit, so schnell zu fahren, wie das eigene Auto es hergibt.
Wenn man es so betrachtet, dann ist allerdings das Ideal der Gleichheit ein Hindernis für das Erlangen der persönlichen und individuellen Freiheit. Dann prallt die Freiheit sehr schnell an die Grenzen, die der Mangel ihr setzt. Die Freiheit zu reisen oder die Freiheit, seinen Wohnsitz frei zu bestimmen, gilt dann nicht für alle. Dann hängt die Freiheit wieder an der Gnade der Geburt am richtigen Ort und in der richtigen Familie.
Bleibt mir vom Leib mit einer solchen Freiheit; sie ist eine Freiheit der Wenigen auf Kosten der Vielen.