Das Geheimnis der Hebamme

von Sabine Ebert | Nach dem gleichnamigen Roman für die Bühne adaptiert von Odette Bereska – Uraufführung –

INSZENIERUNG Manuel Schöbel

Beratung und Umsetzung Meißen Peter Kube

AUSSTATTUNG Stefan Wiel

Musik Sebastian Undisz

Kampfchoreographie Holger Kahl*

 

Marthe Luca Lehnert

Christian Michael Berndt-Cananá

Lukas Holger Uwe Thews

Erzähler A, Otto von Wettin, Ludmilius Alexander Wulke

Erzähler B, Susanne, Hilaria Cordula Hanns

Erzähler C, Bartholomäus, Hofmeister, Kinderfrau Jan Baake

 

Siedler

Jonas Moritz Gabriel

Emma Julia Rani

Hildebrand Matthias Henkel

Griseldis Sandra Maria Huimann

Guntram Felix Lydike

Bertha Hannah Hupfauer** /Julia Hänig** / Madeline Hertig

Wiprecht Michael Heuser

Wilhelma Madeline Hertig** / Franziska Linke**

Johanna Ida Amalia Vincze / Alissa Grunuak

Marie Elisabeth Friedrich / Cora Josch

Grete Sophie Lüpfert

Martin Rene Britzkow** / Jannis Roth****

Kuno Johannes Stephan / Felix Josch

Kaspar Tobias Dietze* / David Leubner**

Hiltrud Marie Spinka* / Victoria Weber**

Siedler, Gesdine Komparserie der Landesbühnen Sachsen (Melanie Schneider, Omar Alkalaf, Andreas Pohl, Gerlinde Küster, Sabine Alex, Lilly Grimm, Fiona Wersing, Sarah Pohl, Cynthia Kessner, Angelika Obenaus, Angelika Kuge, Marcel Böhm, Jannis Roth, Matthias Hauser, Andreas Werner, Roland Melchinger, Harald Vogt, Wolfram Podemski, Yves Zirke, Heidrun Hauswald, Renate Michel, Dagmar Knauer, Heike Claus, Annegret Langmann, Ursula Thäder), Tino Gottschall*****

 

Am Hofe

Hedwig Julia Vincze

Albrecht Konstantin Wanek

Dietrich Konrad Pickhard

Medicus Humbertus / Giselbert / Oswald Grian Duesberg

Raimund Felix Lydike

Randolf Jürgen Haase

Hartwig David Leubner**

Mägde Franziska Linke** / Julia Hänig**, Kristina Hertrampf**** / Pauline Bail****

Hofdamen Kristina Schulz*****, Vera Gottschall*****, Manuela Schröpfer*****, Kathrin Penndorf*****, Andrea Burgkhardt*****

Zofen Anne Grünig, Victoria Weber

Prostituierte Cynthia Kessner**** / Sarah Pohl****, Pauline Bail**** / Kristina Hertrampf****

Ludolf Holger Kahl*

Bergmeister Herrmann Andreas Pohl**** / Harald Vogt****

Anführer der Gesetzlosen Holger Kahl*

Knappen und Gesetzlose Holger Kahl*, Tobias Dietze*, Anna Wolf***, Matthias Hauser**** / Dominic Schneider*, Gerhard Schneider****, Halard Vogt****, Ralf Jung***** / Ralf Gommlich*****, Kephas Kuhn*****, Marie Spinka*, David Leubner**

Salzkärrner Friedrich Grian Duesberg

Salzkärrner Hans Jürgen Haase

Kutscher Bernd Schmidt* / Dominik Schneider*

Blutgericht Harald Vogt****

 

* Stuntteam-Awego

** Studierende der Theaterakademie Sachsen

*** Reitkomparsen

**** Komparserie der Landesbühnen Sachsen

***** Interessengemeinschaft »Mark Meißen 1200«

Das Stück entführt in die mittelalterliche Welt von Aberglaube, Intrigen und Gewalt. Die junge Hebamme Marthe muss fliehen, da der Burggraf, nach der Totgeburt seines Kindes, ihr Leben bedroht. Sie schließt sich Siedlern an, die in die Mark Meißen ziehen. Angeführt werden sie von Christian, einem Ritter in Diensten des Markgrafen von Meißen. Im „Dunklen Wald“ gründet er zusammen mit ihnen Christiansdorf, das spätere Freiberg. Als dort Silber gefunden wird, entbrennen blutige Kämpfe um die Eigentumsrechte. Während Christian für das Wohlergehen der Dorfbewohner kämpft, wüten die Ritter des Markgrafen selbstherrlich unter den Siedlern. Als Hexe verschrien, ist vor allem Marthe Gefahren ausgesetzt. Christian ist seit ihrer ersten Begegnung von Marthe fasziniert. Wenn sie am Ende entgegen vieler Widerstände heiraten, fordern sie damit auch die Ordnung heraus.

Pressestimmen

MDR SACHSENSPIEGEL, Fr 08.06., 19:00Uhr 
https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-204166.html 

Vom Roman zum Theaterstück

Manuel Schöbel im Gespräch mit Sabine Ebert anlässlich der Pressekonferenz am 5. Januar 2018

Manuel Schöbel: Ihr Roman »Das Geheimnis der Hebamme« spielt im 12. Jahrhundert und ist hier in der Gegend, zwischen Freiberg und Meißen angesiedelt. Er wurde zum Bestseller. Wie sind Sie auf die Idee zu dem Buch gekommen?

Sabine Ebert: Ich habe mich schon immer sehr für Geschichte interessiert. In Berlin, wo ich auf-gewachsen bin, verbrachte ich in meiner Kindheit und Jugend viel Zeit im Pergamonmuseum, las viel. Nach meinem Studium der Lateinamerikawissenschaften zog ich Anfang der 80er Jahre als Journalistin ins sächsische Freiberg. Dort wird man gleich als Erstes mit der Gründungsgeschichte der Stadt bekannt gemacht.

Die Region um das heutige Freiberg lag Mitte des 12. Jahrhunderts in einem Urwald. Die Mark Meißen – »Sachsen« bezeichnete damals noch ein ganz anderes Gebiet – war nur schwach besiedelt. Aber Markgraf Otto von Wettin schickte Werber aus, um Siedler ins Land zu holen, die rodeten und Dörfer errichteten. Sie kamen vorrangig aus Franken, Thüringen, Flandern. So wurde u.a. Christiansdorf gegründet, das spätere Freiberg.

Bald darauf, um1168, fanden der Legende nach Hallesche Salzfuhrleute in Christiansdorf in ihren Wagenspuren Steine, die sie an die Goslarer Gruben erinnerten. Sie ließen sie in Goslar unter-suchen, und es stellte sich heraus, dass die Steine einen enorm hohen Anteil Silber aufwiesen. Markgraf Otto verkündete das freie Bergrecht, um erfahrene Berg- und Hüttenleute anzulocken, ohne die aus dem Erz kein Silber gewonnen wer-den kann. Der Bergbau zog auch viele Handwerker an wie Seiler, Köhler, Schmiede, aber ebenso Abenteurer und Diebe. So wuchs Christiansdorf schnell zur Stadt heran. Aus Knechten wurden Bauern, aus Bauern Bürger.Ich fand, das ist ein packender Stoff für einen Roman. Fünf Jahre recherchierte und schrieb ich daran neben meiner journalistischen Arbeit; an Wochenenden, nach Feierabend, im Urlaub. Ohne zu wissen, ob es gelingt, ob ich einen Verlag finde und ob ich damit überhaupt ein Buch füllen konnte. Am Ende wurden es fünf, allesamt Bestseller wie auch meine nachfolgenden historischen Romane. Das hatte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet.

Manuel Schöbel: »Das Geheimnis der Hebamme« erschien 2006 und ist mittlerweile über  800 000 Mal verkauft, es wurde auch vielfach übersetzt, z.B. ins Polnische, Ungarische, Tschechische, Litauische und wurde auch in diesen Ländern zum Bestseller. Ungewöhnlich für die Zeit des hohen Mittelalters, machen Sie eine Frau zur titelgebenden Figur. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Sabine Ebert: Ich erzähle die Geschichte aus der Perspektive der Siedler, die eine Reise ins Ungewisse antreten, um in der Fremde ein besseres Leben aufzubauen. Zu ihnen stößt die junge Marthe, die verfolgt wird und besonderen Schutz braucht. Der Marsch der Siedler forderte sehr viele Opfer. Aber auch für die, die das Ziel erreichten, war das Leben hart und entbehrungsvoll. Nicht umsonst hieß es: »Der erste hat den Tod, der zweite die Not, der dritte das Brot.« 

Der Silberfund verändert alles. Viele Menschen ziehen hinzu, es werden Gruben errichtet – auch auf den mühsam angelegten Feldern der Siedler! Und Reichtum weckt bekanntlich stets das Interesse vieler. Es kommt zu Streitigkeiten und Kämpfen. 

Um das zu zeigen und mit den Auseinandersetzungen im Reich Kaiser Friedrich Barbarossas zu verbinden, brauchte ich eine Figur, die ich herumschicken kann: an den Meißner Hof und auch zu den Hoftagen Barbarossas, um dem Ganzen eine größere historische Dimension zu geben. Deshalb die fiktive Figur der Marthe, die auf Grund ihrer Heilkunst auch auf den Meißner Burgberg gerufen wird. Ein Siedler oder Bergmann wäre aus dem Dorf nicht herausgekommen.

Manuel Schöbel: Sabine Ebert, seit Erscheinen des Buches hat mich der Stoff interessiert. Nun können wir »Das Geheimnis der Hebamme« auf der Felsenbühne Rathen umsetzen. Ist das ein Wagnis für Sie? 

Sabine Ebert: Es gab schon bald nach Erscheinen des Buches erste Anfragen an den Verlag für eine Bühnenfassung. Damals war ich noch sehr skeptisch, ich konnte mir mein Buch nicht auf der Bühne vorstellen. In der Verfilmung, bei der ich kein Mitspracherecht hatte, erkenne ich die Romanvorlage kaum wieder, und auch historische Detailtreue – die mein Markenzeichen ist – vermisse ich. Dann erwarb der Hamburger Theaterverlag »Ahn & Simrock« die Rechte für eine Bühnenadaption an den Landesbühnen. Verlagsleiter Per Lauke fand Theater und Ensemble sehr gut und bestens geeignet für eine solche Aufgabe. 

Ich kannte Manuel Schöbel und Dramaturgin Odette Bereska, die die Bühnenfassung schuf, schon aus Freiberger Jahren und wusste daher, dass sie Qualitätsarbeit leisten. Da war sofort Vertrauen da.

Und so wurde dieses spannende Projekt auf den Weg gebracht – in vertrauensvollem Miteinander. 

Odette Bereska hatte die schwierige Aufgabe, die 650 Seiten auf kaum ein Zehntel »einzudampfen« und dabei die Essenz des Romans herauszufiltern, bei Berücksichtigung der historischen Genauigkeit. Das ist ihr großartig gelungen. Ich bin sehr glücklich darüber.

Natürlich müssen Geschichten und Figuren reduziert werden, sind Änderungen notwendig wie z.B. die Einführung der Ebene der Spielleute. Sie können Zeitsprünge und Ortswechsel verdeutlichen, Erzähltexte übernehmen, das Geschehen raffen, kommentieren und in den historischen Zusammenhang einordnen und verwandeln sich selbst in verschiedene Figuren. Außerdem halten sie beständig Kontakt zu den Zuschauern. So etwas kann leicht in Klamauk abgleiten, aber ich war begeistert, wie klug und originell Odette Bereska das gelöst hat. 

Dieses vertrauensvolle Miteinander zeigte sich nicht nur im engen Kontakt zwischen uns während der Arbeit am Stück, wo wir uns oft und lange über historische Details unterhalten haben und wie man die auf der Bühne umsetzen kann. Eine weitere Besonderheit dieser Produktion – neben den grandiosen Spielorten Felsenbühne und Meißner Schlosshof und der Mitwirkung der Stuntgruppe »awego« – war Manuel Schöbels Entschluss, die Mittelalter-IG »Mark Meißen 1200« einzubeziehen (der ich auch angehöre), wenn es um authentische Kleidung, Rüstung, Gepflogenheiten bei Hofe usw. ging. Da entstand ein sehr enger, bald freundschaftlicher Kontakt zu Ausstatter Stefan Wiel. Einige aus der Gruppe werden auch mitspielen und den Hofstaat darstellen – in authentischen, handgenähten Gewändern.

Ich glaube, hier entsteht etwas ganz Besonderes: die faszinierende Welt des Mittelalters und ein au-thentisches Stück Geschichte auf der Bühne, mit viel Action, mit Tieren, Handwerk, Feuer, Kämpfen. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich riesig.

12.07.2018

Donnerstag

Felsenbühne Rathen · Kurort Rathen

19:30 Uhr

13.07.2018

Freitag

Felsenbühne Rathen · Kurort Rathen

19:30 Uhr

14.07.2018

Samstag

Felsenbühne Rathen · Kurort Rathen

19:30 Uhr

19.07.2018

Donnerstag

Felsenbühne Rathen · Kurort Rathen

19:30 Uhr

20.07.2018

Freitag

Felsenbühne Rathen · Kurort Rathen

19:30 Uhr

21.07.2018

Samstag

Felsenbühne Rathen · Kurort Rathen

19:30 Uhr