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DER TOD UND DAS MÄDCHEN Tanzabend von Carlos Matos an den Landesbühnen Sachsen

mit Texten von Fernando Pessoa und Musik von Franz Schubert - Uraufführung -

 

In seinem neuen Tanzabend geht der Choreograf Carlos Matos anhand von Texten seines Landsmannes, des bedeutenden portugiesischen Dichters Fernando Pessoa der Frage nach, ob für jeden Einzelnen von uns die anderen Menschen dieser Welt denn „wirklich existieren": Können wir die Freuden und Schmerzen anderer fühlen oder fühlen wir nur die eigenen? Wie können wir für Momente wenigstens andere Menschen so bewusst erfahren wie uns selbst? Es gibt wohl nur den einen Weg, den die Protagonistin der Choreographie zu gehen versucht: Sich ohne Angst vor emotionaler Verletzung, ohne Angst vor Liebe wie Tod mit all ihrem Mut zum Risiko ins Leben zu stürzen, das Leben, wie es uns in Franz Schuberts Streichquartett Nr.14 d-moll „Der Tod und das Mädchen" entgegenkommt. Diese Komposition des damals bereits schwer kranken 27jährigen Franz Schubert -- bei uns live musiziert durch Mitglieder der Elbland Philharmonie Sachsen - bezieht sich inhaltlich auf ein Gedicht von Matthias Claudius, das der Komponist schon Jahre zuvor als Lied vertont hatte und in dem sich eine junge Frau wünscht, noch möge der „wilde Knochenmann" Tod an ihr vorübergehen, sie verschonen.

Das Mädchen:

Vorüber! ach, vorüber!

Geh, wilder Knochenmann!

Ich bin noch jung, geh, Lieber,

Und rühre mich nicht an.

Der Tod:

Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!

Bin Freund und komme nicht zu strafen:

Sei guten Muts! Ich bin nicht wild,

Sollst sanft in meinen Armen schlafen.

Matthias Claudius

 

Choreografie: Carlos Matos

Ausstattung: Annett Hunger