Mediathek

Die fromme Helene

Zweiteiliger Tanzabend vom Reiner Feistel

 

Eine der Bildergeschichten, mit denen der satirische Dichter und Zeichner Wilhelm Busch hinter die Kulissen der scheinbar soliden Kleinbürgerwelt blickt und sich über die Schwächen seiner „wohlerzogenen" und „ehrbaren" Mitbürger mokiert, gibt dieser Produktion des Balletts den Titel und inspiriert den Choreographen Reiner Feistel zu einem neuen heiter wie besinnlichen Kammertanzabend für die Studiobühne der Landesbühnen Sachsen.

„Das Gute -- dieser Satz steht fest -- /

Ist stets das Böse, was man lässt",

dichtet Wilhelm Busch nicht ohne Grund in der Moral seiner bekannten Geschichte, denn:

So „fromm", wie der Titel vermuten lässt, ist die junge Helene ganz und gar nicht, ebenso wenig wie ihr geliebter Vetter Franz „heilig": Beide scheinen vielmehr Geschwister der Spitzbuben Max und Moritz zu sein und ihr böses Schicksal, das sie zur Strafe für ihre kleinen und großen Sünden schließlich ereilt, ist entsprechend beklagenswert, doch wohl aber gerecht, so dass wir alle schließlich erleichtert feststellen dürfen:

„Ei ja! -- da bin ich wirklich froh! /

Denn, Gott sei dank! ich bin nicht so!"

Setzt Reiner Feistel im ersten Teil des Abends Geschichten um in Tanz, so sind es im zweiten Teil Rhythmen, Kompositionen bzw. Improvisationen für Schlagwerk, die möglicherweise speziell für diesen Abend entwickelt werden und dem absoluten Tanz, dem „Tanz an sich" zu seinem Recht verhelfen.

 

Choreographie: Reiner Feistel.

Inspizienz und Probenleitung: Karolina Dieter.

Mitwirkende: Isabel Dohmhardt, Till Geier, Helena Gläser, Thomas Hart, Patrick Finger, Norbert Kegel, Michael Sandor, Friedemann Kriener, Beate Arndt, Mu-yi Chen, Anna Paunok, Luan Donato.