Die Goldberg-Variationen

Schauspiel von George Tabori

Mr. Jay ist Regisseur und als solcher Gott. Wie letzterer hat auch Mr. Jay nur sieben Tage Zeit, um die Schöpfung zu vollenden, das heißt in seinem Fall, sie in einer großen Bibelshow auf die Bühne zu bringen. Und so werden im Eiltempo die wesentlichen Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament geprobt: Erschaffung der Welt, 

Vertreibung von Adam und Eva, der Mord an Abel, Moses´ Empfang der zehn Gebote auf dem Gipfel des Berges Sinai, Kreuzigung und Auferstehung von Jesus. Doch während der Proben läuft so gut wie gar nichts: die Schauspieler rebellieren, die Technik fällt aus, die Hauptdarstellerin hat Allüren, die Bühnenbildnerin andere ästhetische Auffassungen als der Regisseur. Gut, dass Mr. Jay den treuen Assistenten Goldberg an seiner Seite hat. Ihn kann er anbrüllen, niederwitzeln, rumscheuchen und zur Probe ans Kreuz nageln. Das Theater ist ein einziges Chaos – und eine Metapher auf die Welt.

In dem Stück des großen jüdischen Theatermachers George Tabori (1914 – 2007) vermischen sich zwei Ebenen. Zum einen ist da die Theatertruppe, die unter Leitung von Mr. Jay an dessen ehrgeizigem Projekt arbeitet, beziehungsweise ständig scheitert. Zum anderen ist da die von Abhängigkeit, Liebe und Hass geprägte Beziehung zwischen Mr. Jay und Goldberg, eine Allegorie auf das Verhältnis Gottes zu seinem auserwählten Volk Israel. Die Überblendung beider Ebenen ist eine Quelle unerschöpflichen Witzes, aber auch tiefgründigen, philosophischen Spiels um die wesentlichen Fragen der Schöpfung.

Inszenierung Marcelo Diaz

Ausstattung Anja Furthmann

Musik Sebastian Undisz

 

Mr. Jay Olaf Hörbe

Goldberg Michael Berndt-Cananá

Mrs. Mopp / Terese Tornentina / Ernestina van Veen Julia Vincze

Raamah Tom Hantschel

Masch Felix Lydike

Japhet Johannes Krobbach