Irrtümer III – Märchen und Mythen

Das Theaterspektakel

Künstlerische Gesamtleitung

Jan Michael Horstmann, Gisela KahlPeter Kube, Carlos MatosManuel Schöbel, Stefan Wiel

Ausstattung

Stefan Wiel, Irina Steiner, Studierende des Masterstudiengangs Bühnenbild_Szenischer Raum der TU Berlin

 

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Verehrtes Publikum! 

Zum dritten Mal laden wir Sie zu einem großen, spartenübergreifenden Theaterspektakel ein. «Märchen und Mythen» heißt das Motto. Lassen Sie uns gemeinsam eine Reise durch verschiedene Kulturkreise unserer Welt machen und in den alten Stoffen nach Antworten auf unsere heutigen Fragen suchen. Märchen wie Mythen sind in künstlerische Form geronnene vieltausendfache Menscheitserfahrungen. Sie sind ebenso rational wie geheimnisvoll und schön. Sie erzählen von wundersamen, phantastischen Begebenheiten. In ihnen sprechen und handeln Tiere wie Menschen, es gibt Zauberer, Geister und Götter. Trotz aller Phantastik tragen sie realistische und utopische Züge. Denn sie sind immer auch Überlebensgeschichten. Wozu dies alles? Und: Warum gerade mir? Diese Fragen schwingen in jeder Existenzerkundung mit und gehen in keiner noch so komplexen wissenschaftlichen Antwort auf. Die Mythen und Märchen antworten darauf, sie erzählen vom Schmerz, vom Hass, vom Geopfertwerden, mit der Option, dass nicht alles so bleiben möge, wie es ist. Denn die Frage nach dem individuellen Warum ist nichts anderes als eine Umkehrung der ewigen Menschheitsfrage nach dem Sinn ihrer Existenz. 

Auch dieses Mal gibt es wieder 9 Stücke an einem Abend, auf verschiedenen Spielstätten. Sie, verehrte Zuschauer, können auf 3 nacheinander liegenden Zeitebenen aus 9 Angeboten wählen und stellen sich so Ihr ganz persönliches Programm zusammen. Wir beraten Sie selbstverständlich gern dabei. Wenn Sie alle 9 Stücke sehen möchten, sollten Sie 2 x wiederkommen.

Heben Sie deshalb bitte Ihre Eintrittskarte auf, denn alle Wiederkommer zahlen nur die Hälfte des Eintrittspreises. Auf allen Spielstätten ist im Übrigen freie Platzwahl. Das Theaterspektakel in dieser kompakten Form mit allen 9 Stücken ist nur 5 Mal zu erleben und zwar am 15. / 21. / 22. / 23. und 31. Oktober 2016. Am Besten ist es also, schon jetzt Karten zu reservieren! Einzelne, aber nicht alle (!) Stücke laufen danach im Repertoire weiter. Für alle Gastspielpartner der Region besteht aber die Möglichkeit, alle Stücke des Spektakels auf Anfrage zu buchen.

 

ROTE ZEITEBENE

PHILEMON UND BAUCIS

Marionettenoper von Joseph Haydn / Kooperation mit dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen

Es spielt das «Ensemble Charpentier» der Elbland Philharmonie Sachsen

MUSIKALISCHE LEITUNG Jan Michael Horstmann INSZENIERUNG Therese Thomaschke AUSSTATTUNG Eberhard Keienburg

Jupiter verhängt, um die Menschen zu prüfen und zu strafen, ein Unwetter über die Welt. Ein Blitz tötet an ihrem Hochzeitstag die Braut Narcissa und Aret, den geliebten Sohn des alten Ehepaares Philemon und Baucis. Jupiter will an den Reaktionen der Menschen auf dieses Unwetter erkennen, wer ihm sein Vertrauen schenkt und treu ist. Er reist mit Merkur zur Erde und kehrt – als Pilger verkleidet – in die karge Hütte von Philemon und Baucis ein.

 

ODER

REINEKE FUCHS

Schauspiel nach Johann Wolfgang Goethe

INSZENIERUNG Klaus-Peter Fischer AUSSTATTUNG Studierende der TU Berlin

König Nobel, der Löwe, hat seine Edlen zu einem Fest bei Hofe eingeladen. Doch unversehens wird aus dem Fest ein Gerichtstag, weil sich alle über die Machenschaften von Reineke Fuchs beschweren. Der König verurteilt Reineke zum sofortigen Tod durch den Galgen. Aber selbst noch mit dem Strick um den Hals gibt der Listige nicht auf. Durch einschmeichelnde Worte erlangt er einen Aufschub der Hinrichtung und putscht sich am Ende gar als Kanzler an die Spitze des Hofes.

 

ODER

DAS KIND DER SEEHUNDFRAU

Text von Sophie Kassies, Komposition von Jan Heinke

INSZENIERUNG Klaus-Peter Fischer AUSSTATTUNG Irina Steiner CHOREOGRAFIE Michal Sandor

In diesem alten Inuit-Märchen aus Grönland lebt der Fischer-Junge Oruk mit Vater und Mutter glücklich in einer einsamen Hütte am Eismeer. Doch dann wird die Mutter krank und der Vater will seiner «Seehundfrau» ihr Fell nicht zurückgeben, wie einst versprochen. Schließlich ist es Oruk, der seiner Mutter das Leben rettet. Doch muss er sich nun von ihr verabschieden und an der Seite des Vaters erwachsen werden.


GELBE ZEITEBENE

DER KLEINE PRINZ

Schauspiel nach Antoine de Saint-Exupéry

INSZENIERUNG Lutz Hillmann AUSSTATTUNG Miroslaw Nowotny

Der kleine Prinz sehnt sich nach seiner Rose, die er verließ, weil er mit ihr nicht froh wurde. Auf seiner Reise durch das Universum hat er die seltsamsten Begegnungen. Er begreift, dass man verantwortlich ist für das, was man liebt. In seinem 1943 entstandenen philosophischen, geheimnisvollen Märchen geht der französische Pilot und Dichter dem Sinn des Lebens und dem Zauber von Liebe und Freundschaft auf den Grund und stellt die oft so nüchterne Welt der Erwachsenen in Frage.

 

ODER

HANS IM GLÜCK

Schauspiel von Peter Ensikat

INSZENIERUNG Peter Kube AUSSTATTUNG Studierende der TU Berlin

Hans besitzt einen Goldklumpen, den er nach sieben Jahren harter Arbeit in der Fremde als Lohn bekommen hat, aber der ist ihm bald zu schwer, und so ist er froh, ihn gegen ein Pferd, eine Kuh, ein Schwein ... eintauschen zu können. Überraschend sieht er sich mit seinem zweiten Ich konfrontiert, das so ganz anders tickt, denn Hans II sieht im materiellen Wohlstand den Gipfel allen Glücks und so muss er alles haben, auch das, was er gerade für einen angeblich größeren Gewinn weggetauscht hat.

 

ODER

GESCHICHTE EINER TIGERIN

Farce von Dario Fo

INSZENIERUNG Susanne Ebert AUSSTATTUNG Studierende der TU Berlin

Es ist die schier unglaubliche Geschichte vom Soldaten, der, schwer verwundet, von einer Tigerin genährt und wieder aufgepäppelt wird, sich mit ihr und ihrem Jungen in einer Art Patchwork-Familie arrangiert und schließlich wieder in seinem Dorf ankommt. Doch auch hier hilft ihm die Tigerin erneut, sich gegen Feinde von außen und eine selbstgefällige Bürokratie von innen tierisch mutig zu widersetzen. Ein Meisterwerk des komischen Stegreifspiels!

 

BLAUE ZEITEBENE

BACH MAGNIFICAT – MARIAS ENGEL

Tanztheater von Carlos Matos – UA –

CHOREOGRAFIE Carlos Matos BÜHNE Stefan Wiel KOSTÜME Annett Hunger

Mit den Worten «Magnificat anima mea Dominum» / «Meine Seele preist den Herrn» reagiert die Jungfrau Maria auf die Verkündigung des Engels Gabriel, auserwählt zu sein, Gottes Sohn Jesus zur Welt zu bringen. Doch was bedeutet diese unerhörte Tatsache für die «historische» Maria, die vor der Legendenbildung keineswegs als Heilige betrachtet wird? Musikalisch liegen der Choreografie das Magnificat von Johann Sebastian Bach und das seines Sohnes Carl Philipp Emanuel Bach zu Grunde.

 

ODER

PYRAMUS UND THISBE       

Opernparodie nach Shakespeare von John Frederick Lampe

(Mit englischen Arien und deutschen Dialogen)

MUSIKALISCHE LEITUNG Thomas Gläser INSZENIERUNG Stefan Brosig 

SZENISCHE EINRICHTUNG DER WIEDERAUFNAHME Manuel Schöbel AUSSTATTUNG Irina Steiner

Die Opernparodie von 1745 erzählt das tragische Schicksal zweier Liebender, die durch den Riss in einer trennenden Wand ihre Flucht verabreden: Treffpunkt ist ein Grab bei Mondschein. Da Thisbe, zuerst am Grab, jedoch vor einem wilden Löwen fliehen muss, glaubt Pyramus, Thisbe sei tot. Er nimmt sich daraufhin das Leben – so wie auch Thisbe dies tut, als sie ihren entseelten Geliebten findet. Doch: Im Finale sind alle Darsteller wieder lebendig!

 

ODER

LIEDER AUS TAUSEND UND EINER NACHT

Musikalisches Programm

INSZENIERUNG Gisela Kahl MUSIKALISCHE LEITUNG Uwe Zimmermann AUSSTATTUNG Lana Ramsay*

Lieder, in tausend Nächten und mehr, vorgetragen und gesungen, verweben den Traum mit der Wirklichkeit, das Phantastische mit dem Alltäglichen, die Liebe mit dem Abschied, das Leben mit dem Tod. Sie schöpfen aus dem Reichtum verschiedenster Kulturen und Klangwelten, aus dem Volkslied ebenso wie aus der kunstvollen Arie. Sie verführen in einer Nacht auf tausendfache Weise.

 

*Studierende des Masterstudiengangs Bühnenbild_Szenischer Raum der TU Berlin, Projekt unter der Leitung von Prof. Kerstin Laube