Fly sein

Tanzabend Junger ChoreografInnen und Choreografen (ab 13) – Uraufführung –

Ein Song kann fly sein, ein Gefühl, Klamotten ... Wenn eine Person fly ist, dann geht sie besonders ab oder ist gut oder speziell oder super drauf. Fly ist eben etwas, was «in» oder cool ist. Und fly ist fliegen, abheben, schwerelos werden, Grenzen überwinden, andere Horizonte sehen, Ängste hinter sich lassen, mutig werden, auf andere zufliegen. Fly kann ein Kick, ein Rausch sein; man kann im Rausch der Geschwindigkeit sein, im Rausch der Stille, der Farben, der Klänge, im Glücksrausch. Und das auch ganz ohne Drogen oder doch mit? Auch Tanzen kann eine Droge sein, in jedem Fall ein Rausch, der Rausch der Bewegung, der Energien, der Verwandlungen, des Tempos – ansteckend, lustmachend, nonverbal, universell.

Junge Tänzerinnen und Tänzer unserer Compagnie choreografieren und tanzen «Fly sein» für junge Menschen: ihre Musik, ihre Befindlichkeiten, Aggressionen, Verletzungen, ihren Frust und ihre Sehnsüchte auf der Suche nach sich selbst. Die Themen und die Formen sind dabei so unterschiedlich wie die TänzerInnen selbst. Zum Verständnis braucht es keine Voraussetzungen – nur fly sein und einfach kommen. Die Einladung gilt auch für alle, die das 13. Lebensjahr schon etwas länger hinter sich gelassen haben.

 

2>1

CHOREOGRAFIE UND TANZ  ANITA SUZANNE GREGORY und LEONARDO GERMANI

Menschen brauchen einander. Aus sozialen, emotionalen und physischen Gründen ist ein Mensch auf den anderen angewiesen. Einsamkeit und Isolation aber verhindern jegliche Interaktion. Der Zustand der Absonderung kann Halluzinationen, Unsicherheiten und ein negatives Selbstbild hervorrufen. Sind wir alleine mit uns, denken wir häufig, wir seien auch allein mit unseren Problemen. Am Ende unterscheiden wir uns aber gar nicht so sehr voneinander, wie wir denken? Viele haben ähnliche Sorgen. Ein anderer Mensch – mit all dem, was er ist und was ihn ausmacht – kann einen größeren Einfluss auf uns haben, als wir vielleicht zunächst denken würden. 

In dem Duett «2>1» spüren die Choreografen und Tänzer Anita Suzanne Gregory und Leonardo Germani den Themen Nähe und Distanz in einer Zweierbeziehung nach. In vier Etappen führt diese Choreografie auf sensible Weise die Notwendigkeit von sozialen Beziehungen vor Augen. Warum man einen Freund braucht. Und dass man auch zu zweit frei sein kann. 

outsider – draußen sein

CHOREOGRAFIE  BRIAN SCALINI

TANZ JOANA MARTINS, ANITA SUZANNE GREGORY, ANA TERESA PEREIRA, LEONARDO GERMANI, HUGO RODRIGUES

Was ist das für ein Gefühl, wenn man „draußen ist“ und einfach nicht dazu gehört? Ein Gefühl, das bestimmt jeder schon mal gefühlt hat. Eine Gruppe kann ziemlich mächtig sein und auf einen Einzelnen eine große Kraft ausüben. Sie kann uns sehr anziehen, wenn wir dazugehören wollen. Gruppen können eine Einzelperson aber auch ausstoßen, eben weil sie nicht der Norm entspricht, rausfällt oder einfach „anders“ ist. 

In seiner Choreografie zeigt Brian Scalini, indem er auf Clan- und Stammesstrukturen Bezug nimmt, immer wiederkehrende Außenseitersituationen. Ein Kreislauf, der beinahe den Eindruck entstehen lässt, dass einer Ausgrenzung nicht zu entkommen ist. Eine Choreografie, die Fragen aufwirft:  Wem gelingt es überhaupt wirklich, in einer Gruppe zu existieren und trotzdem er selbst zu bleiben? 

kind of human – verdammt zu leben

CHOREOGRAFIE MATTIA SARACINO

TANZ JOANA MARTINS, ANA TERESA PEREIRA, MORGAN PEREZ, ALENA KRIVILEVA

Wie ist das eigentlich mit dem Leben? Es leben, «mitmachen», müssen wir ja alle. Wenn das nur nicht so verdammt schwierig wäre. Da sind die eigenen Unsicherheiten, die man permanent mit sich herumträgt. Da ist die Auseinandersetzung mit anderen, denen man sich verständlich machen möchte und mit denen man Dinge teilen will. Alles gar nicht so einfach oder?

In seiner Choreografie «kind of human- verdammt zu leben» erzählt Mattia Saracino von den Unsicherheiten der Menschen. Das leben auch manchmal einfach nur heißt, seine eigenen Grenzen und gesellschaftlichen Schranken zu überwinden und ein bisschen mutig zu sein. Oder?

trippin’ – drauf sein

CHOREOGRAFIE UND TANZ  MORGAN PEREZ und HUGO RODRIGUES

Zwei junge Menschen spielen auf einem Teppich mit überdimensionierten Karten. Wie verschiebt sich Welt und Wahrnehmung unter Drogenkonsum? Können Drogen das Leben leichter machen? Oder rutscht jeder bei übermäßigem Konsum in die Abhängigkeit? Sind weiche Stoffe, wie Gras okay oder ist genau das die typische «Einstiegsdroge»? Wie verhält sich Drogenkonsum zu Menschen in einem Alter, in dem man sowieso von Unsicherheiten und Selbstzweifeln geplagt ist? Und wann gerät der Spaß am «drauf sein» zum Höllentrip?

Morgan Perez und Hugo Rodriguez spüren in «trippin’ – drauf sein» dem Thema Drogen nach. Eine Performance die beide Seiten zeigt: Ekstatischen Rausch und höllischen Absturz. 

junges.studio

 

Choreografie Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie

Ausstattung Tom Böhm