Tristan Braun

Regisseur

Tristan Braun studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Schon während des Studiums zeigte er seine Inszenierung von H. Purcells „Dido & Aeneas“ im Berliner Radialsystem und seine Interpretation von G.F. Händels Oper „Ariodante“ in der Elisabethkirche Berlin, die er beide selber produzierte.

2015 zeichnete er für die Regie von Robert Krampes Uraufführung „Unsichtbare Fronten“ in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin verantwortlich, und inszenierte im gleichen Jahr Wagners „Parsifal - für Kinder“ in einer umjubelten Produktion bei den Bayreuther Festspielen. Es folgte die Inszenierung von Rossinis „Barbiere di Siviglia“ an der Kammeroper München, für die er mit Alexander Krampe und Helga Utz eine neue Fassung erstellte. Die Produktion wurde mehrfach zu Gastspielen eingeladen und war zwei Jahre in Folge im Münchner Cuvilliés-Theater zu sehen. Für die Neuköllner Oper entwickelte und inszenierte er 2017 aus Monteverdis „Combattimento di Tancredi e Clorinda“ unter Verwendung von Musik der Zeit der Komposition einen Abend. Für Tristan Braun sind seine Tätigkeiten als Regisseur und gleichermaßen als Musiker unabdingbar miteinander verwoben. Auf der Barockgeige musiziert er aktuell regelmäßig mit Barockorchestern wie La Banda, dem Vox Orchester, Concerto München und ist dem Ensemble Wunderkammer eng verbunden. Mit letzteren nahm er u.a. Bachs "Johannes-Passion" in solistischer Besetzung auf, die den OPUS Klassik 2020 gewann. Das Freiburger Barockorchester bat ihn schließlich, im Frühjahr 2018 Pergolesis „La Serva Padrona“ halbszenisch umzusetzen, und darüber hinaus die stumme Rolle des Vespone zu übernommen. Es entstand eine vielfältige Arbeit, in der auch seine Tätigkeit als Barockgeiger zum Tragen kam. Die Produktion mit Sunhae Im und Furio Zanasi kam in Köln, Freiburg, Stuttgart, Berlin, Budapest und beim Helsinki Festival zur Aufführung. Er widmete sich auf Einladung der Staatsoper Hamburg Wagners "Parsifal" neu und erarbeitete im Mai 2018 eine Inszenierung mit Laiendarstellern und Schauspielstudenten, welche sich dem Stoff gänzlich neu widmete und in der opera stabile der Staatsoper Hamburg zur Uraufführung kam.

Als Reaktion auf die Erfahrungen der Pandemie produzierte und inszenierte er im Berliner Kühlhaus ein installatives Musiktheater um D. Buxtehudes Kantatenzyklus „Membra Jesu Nostri“, eine Produktion, die zur Premiere im Sommer 2020 bei Presse und Publikum begeisterten Anklang fand.