Sonnabend, 11.06.2022 15:00 Uhr „Kleine Feder“ im Lößnitzgrund

 

Das Knochenspiel „Slahal“ ist eine traditionelle Form der Verständigung unter den verschiedenen indigenen Völkern Nordamerikas. Der Legende nach ist es zum Zweck der friedlichen Konfliktbewältigung und zur Beendigung, beziehungsweise Verhinderung von kriegerischen Handlungen entstanden. Es ermöglicht die nonverbale und spielerische Lösung von Auseinandersetzungen. Glaubt man der Überlieferung, besuchte der „Schöpfer“ die Menschen im Traum und lehrte sie das Knochenspiel „Slahal“ , um ihre Differenzen zu überwinden. Aus jedem Volk wurden zwei Gruppen von Kriegern bestimmt, die stellvertretend für den Krieg in einen spielerischen Wettkampf miteinander traten. Heutzutage ist dieser Wettkampf ein wichtiger Teil von traditionellen Festen und Anlässen der indigenen Kultur  und wird darüber hinaus auch in Schulen und anderen sozialen Einrichtungen durchgeführt. Das Knochenspiel „Slahal“ kann von allen Anwesenden gespielt und der Personenkreis der Spielenden stetig erweitert werden. Alle Teilnehmer*innen werden in zwei Gruppen geteilt. Die beiden Gruppen heißen „Adlerlied“ und „Wolfpack“. Jede Gruppe erlernt einen Tanz, der im weiteren Spielverlauf zur Ablenkung der gegnerischen Gruppe dienen soll. Jede Gruppe ernennt ein Führungsteam, welches sich nach jeder Runde neu zusammensetzt. Die Regeln sind einfach: es muss eine bestimmte Anzahl versteckter Knochen – heute zumeist Stäbe – gefunden werden. Dabei versuchen die Gruppen sich gegenseitig abzulenken und so zu verhindern, dass die jeweils andere Gruppe alle Stäbe findet und gewinnt. Dauert das Spiel zu lange und scheint die Suche nach den versteckten Stäben erfolglos, kann das Spiel unterbrochen und ein neues begonnen werden.

Das Knochenspiel „Slahal“ fördert die Auseinandersetzung mit der indigenen Kultur der First Nations und kann zur Stärkung demokratischer Werte und zur Sensibilisierung im Umgang mit fremden Kulturen beitragen. Durch seinen spielerischen Charakter eignet sich das Knochenspiel „Slahal“ hervorragend als leicht erlernbares Konfliktlösungsmodell, das Menschen aus allen Gesellschaftsschichten ansprechen kann.

In Kanada gibt es bereits weitreichende Erfahrung mit dem Einsatz des Knochenspiels „Slahal“ als Konfliktlösungsmodell. Angepasst an die Bedingungen der jeweiligen Region, stellt das Spiel eine sinnvolle Ergänzung zu bereits erlernten Konfliktlösungskompetenzen, vor allem in Bildungseinrichtungen, dar.

Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich

 

Besetzung

Vorstellungstermine