Tanzstück von Gundula Peuthert

mit dem Ballett des Sorbischen National-Ensembles

Premiere

Spieldauer

01:35 Std
mit Pause

In einem tänzerischen Gedankenspiel können wir etwas über unsere eigene Identität und die des Anderen erfahren.

Vorstellungstermine

Das Stück

Das Tanzstück »SMY – Bin ich?« spürt dem Thema Identität im Allgemeinen und im Besonderen nach. Die Suche nach ihr liegt uns Menschen in der Natur. Gemeinsam mit der Tanzcompany des Sorbischen National-Ensembles geht die Leipziger Choreografin Gundula Peuthert der Frage nach, was es bedeutet sorbisch zu sein.

Menschen der Region wurden in Interviews zu sorbischen Themen befragt um daraus aktuelle Fragen und Antworten herzuleiten, die ihrerseits wiederum als Stoff für die choreografische Auseinandersetzung dienen.

Die Tänzerinnen und Tänzer selbst können sich aufgrund ihrer eigenen verschiedenen Nationalitäten, ihrem Hintergrund, aus vielen Perspektiven dem Thema nähern. Selbst ein Fremder in einem fremden Land zu sein, macht die Herausforderung, sich mit einer Minderheit in Deutschland zu befassen, sehr spannend. Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, was sind Klischees, was sind Vorurteile? Was wünschen wir uns voneinander und im Umgang miteinander?

Inszenierung und Choreografie: Gundula Peuthert
Ausstattung: Nicole Lorenz  

Youtube Platzhalter - Trailer: Smy! - Bin ich? | Tanzstück - Rejowanski kruchTrailer: Smy! - Bin ich? | Tanzstück - Rejowanski kruchDie Choreographin Gundula Peuthert über das Stück:
Vor zwei Jahren entstand eine erste Idee, sich dem Thema zur sorbischen Identität zu widmen. Ich bin in der Niederlausitz aufgewachsen und in meiner Kindheit und Jugend mit Bräuchen und Festen groß geworden. In meinem Dorf wurde gezampert, fanden Umzüge in Trachten statt und traf man sich des Abends zum Tanz. Erst sehr viel später wurde mir bewusst, dass diese dörflichen Traditionen dem sorbischen Erbe entsprungen sind. Die Lebendigkeit dieser Kultur war ein selbstverständlicher Teil meiner eigenen Geschichte, ohne dass mir der Bezug zum Ursprung bewusst war.

Die Recherche in Form von Interviews mit Niedersorben, Obersorben und Deutschen, mit Menschen aller Altersgruppen zwischen 9 und 94 Jahren über verschiedene sorbische Themen war deshalb für mich so wertvoll. Sie haben ein Stimmungsbild widergespiegelt, das mich mit meiner Vergangenheit verbindet. Diese Stimmungsbilder gaben mir die Möglichkeit, mich aus einer narrativ unbelasteten Perspektive den Fragen zu nähern, wer bin ich eigentlich, was verbindet mich mit anderen und was trennt mich von ihnen.

Zu einem zweiten wichtigen konzeptionellen Aspekt der Choreografie wurde die Tatsache, dass kein Tänzer der Company Sorbe ist. Sie alle stammen aus ganz verschiedenen Ländern der Welt. Da lag es nahe, auch sie nach ihrer Identität, nach traditionellen Bräuchen und Tänzen und nach dem Umgang mit Minderheiten in ihrem Land zu befragen. Aus all diesen Quellen schöpfend haben wir gemeinsam nach Übereinstimmungen, Unterschieden und Besonderheiten geforscht und die vielen verschiedenen Erfahrungen in anderen, neuen Zusammenhängen ausgelotet.

Der zweite Teil des Abends geht einen komplett anderen Weg. Das unerklärliche, naturverbundene, tief in unserem Unterbewusstsein verwurzelte Empfinden hat sich dort einen ganz eigenen Ausdruck, vielleicht einen Sehnsuchtsort gebahnt. Das ist mit Worten nicht zu beschreiben, das kann man nur tanzen…

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Choreografowka Gundula Peuthert wo kruchu:
Před dwěmaj lětomaj nasta prěnja ideja, so temje serbska identita wěnować. Sym z Delnjeje Łužicy wotrostła a w swojim dźěćatstwje a młodosći z nałožkami a swjedźenjemi wotrostła. W mojej wsy so camprowaše, wotměwachu so přećahi w narodnych drastach a wječor zetkachmy so k rejam. Hakle wjele pozdźišo so mi wuwědomi, zo maja tute wjesne tradicije swoje žórło w serbskim herbstwje. Čiłosć tuteje kultury běše samozrozumliwy dźěl swójskich stawiznow, bjeztoho zo bě mi poćah k pochadej wědomy.

Rešerša we formje interviewow z Delnjoserbami, Hornjoserbami a Němcami – z ludźimi wšěch starobnych skupin mjez 9 a 94 lětami wo wšelakich serbskich temach bě tohodla za mnje tak drohotna. Wone wotbłyšćuja naladu, kotraž mje z mojej zašłosću zwjazuje. Tute wšelke nalady zmóžnichu mi, so z powědarskeje njewobćeženeje perspektiwy prašenjam zbližić, štó ja poprawom sym, što zwjazuje mje z druhimi a što mje wot nich dźěli.

K druhemu wažnemu koncepcionelnemu aspektej choreografije sta so fakt, zo njeje žadyn rejwar company Serb. Woni wšitcy pochadźeja z cyle wšelakorych krajow swěta. Tuž zda so spomožne, so tež za jich identitu, za tradicionalnymi nałožkami a rejemi a za wobchadźenjom z mjeńšinami w jich kraju naprašować. Ze wšěch tutych žórłow čerpajo smy zhromadnje za přezjednosćemi, rozdźělemi a wosebitosćemi slědźili a mnohe wšelake nazhonjenja w hinašich, nowych zwiskach wuměrili.

Druhi dźěl wječora dźe dospołnje hinaši puć. Njewujasnjomne, z přirodu zwjazane, hłuboko w našim podwědomju zakorjenjene začuwanje je sej tam cyle swójski wuraz, snano městno žedźby wurubało. To njehodźi so ze słowami wopisować, to móžeš jenož rejować…"

Besetzung