Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe

Faust – einer der erfolgreichsten Intellektuellen seiner Zeit – stürzt in eine tiefe Krise. Was das Leben zu bieten hatte, scheint ausgekostet. Weder Bildung, Religion, Besitz oder Forschung noch menschliche Gemeinschaft konnten seinem Leben Sinn geben. Es bleibt die Verzweiflung über die eigene Unvollkommenheit. Nur die Erinnerung an die Kindheit, als das Leben noch ein Versprechen war, hält ihn vom Selbstmord ab. Doch wie weiterleben, ohne die Begrenztheit des Daseins zu akzeptieren?
Faust hat subjektiv nichts zu verlieren, als ihm der „Geist, der stets verneint“ höllische Fähigkeiten anbietet und mit einem Pakt besiegelt. Ihn reizt die Wette, ob es dem Verführer gelingt, ihn seine quälende Suche aufgeben zu lassen und gegen weltliche Genüsse und die Lust des Augenblicks einzutauschen. Endlich sollen ihm übermenschliche Fähigkeiten und absolute Handlungsfreiheit zuteil werden. Nach einer Verjüngungskur sind Sinnlichkeit und Lebenslust des vergeistigten Mannes geweckt und er verliebt sich in Gretchen, ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen. Aus Fausts Begehren wird Leidenschaft. Zum ersten Mal im Leben hofft er, im Bereich des Menschenmöglichen, in der Liebe, absolute Erfüllung zu finden. Doch die Welt Gretchens empfindet Faust schon bald als Begrenzung und er flieht in die Orgie der Walpurgisnacht. Fausts Wissens- und Tatendrang ist teuer bezahlt: „Dafür ist mir auch alle Freude entrissen …“ muss er zu Beginn der Tragödie erkennen. Bis an sein Lebensende wird er von seiner Freudlosigkeit nicht geheilt. Rastlos sucht er, sich selbst zu überflügeln, eilt von einer Eroberung zur nächsten, ohne je glücklich zu werden.
Für die Durchsetzung seiner kühnen Ziele nimmt er Gewalt und Mord in Kauf. Jeder erreichte Fortschritt mündet in die Katastrophe. Seine Biographie liest sich denn auch wie die Entwicklungsgeschichte der Moderne…
Goethe wollte seine Dichtung als „ernst gemeinte Scherze“ verstanden wissen. Ist es also Ironie, wenn schließlich der Chor der Engel im Triumph über Mephisto jubelt: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“? Oder doch Hoffnung für Faust – Hoffnung auch für die Menschheit?

Spieldauer der Inszenierung: ca. 2 h 50 min

Besetzung

Vorstellungstermine

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Apr 23
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Apr 23
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